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Sich für den Ernstfall vorbereiten.
Bericht Limmatwelle 14.11.2013, Laura Loos



Das regionale Führungsorgan (RFO) probte in Wettingen den Ernstfall.


Angenommen, an der Landstrasse kommt es zu einer Gasexplosion. Angenommen, die Bewohner mehrerer Blöcke müssten evakuiert werden. Angenommen, etwa 19000 Einwohner hätten keinen Strom mehr. Wären die Rettungskräfte darauf vorbereitet? Nach der rund zweistündigen Übung zeigt sich, dass sie es in der Theorie sind und die Situation weitgehend geregelt ist. Am Freitag probt die Wettinger Feuerwehr um 19 Uhr auf der Unteren Geisswiesenstrasse und führt ihre Hauptübung durch.

Es ist sieben Uhr abends am 5. November. Im Obergeschoss des Rathauses in Wettingen bereitet sich das regionale Führungsorgan (RFO) auf einen grösseren Einsatz vor. Pläne werden aufgehängt, Karten studiert und besprochen. Dabei sind Vertreter der Feuerwehr, Polizei und Zivilschutz sowie Leute der Gemeinde (Naturgefahren, Gesundheit, Verwaltung, technischer Dienst). Noch wissen die Anwesenden des RFO nicht, was auf sie zukommt. Erst als Gemeinderat und Stabschef Roland Kuster die erste Information durchgibt, erfahren sie von einer Gasexplosion an der Landstrasse in Wettingen. Das Gebäude sei teilweise zerstört und ein RVBW- Bus sei dabei umgekippt. Nun liegt es an den einzelnen Teams, sich zu überlegen, was es zu machen gibt und welche Schäden es bei einem solchen Vorfall geben könnte.

Damit das Ganze nicht nur ein «Ich würde jetzt dies und jenes abklären» bleibt, sind die Vertreter des RFO verpflichtet, jedes Vorgehen zwei jungen Herren zu melden, die sich alles notierten und danach per Funk dem sogenannten Markierstab weiterleiten. So lässt beispielsweise der technische Dienst alle Wasserleitungen abstellen und der Arzt erkundigt sich unter 144, ob es schon Informationen über verletzte Personen gibt. Ziel dieser ersten Phase ist es, Sachbestand zu bekommen, der danach bei dem ersten Orientierungsreport zusammengetragen wurde. Nach und nach rieseln die Informationen herein. Es wird von der Polizei mehr Personal angefordert und vom Zivilschutz eine Unterkunft für die evakuierten Personen gesucht. Stabschef Kuster fasst die Hauptprobleme zusammen: «Wir haben einen Brand, den es zu löschen gibt, die Betreuung der Hausbewohner, die Regelung des Verkehrs mit dem umgekippten Bus sowie etwa 19000 Personen, die nun keinen Strom mehr haben.»

In der Theorie sind etwa 150 Rettungskräfte im Einsatz. Während der Übung kommen immer neue Probleme dazu, gespielt wird das Ereignis von dem sogenannten Markierstab. «Wir haben uns extra ein derart dramatisches Szenario ausgedacht, damit alle genug Arbeit haben», meint Einsatzleiter Paul Meier und fügt hinzu: «Dabei möchten wir schauen, ob die ganzen Abläufe stimmen und die Rettungskräfte über ein gross dimensioniertes, vernetztes Denken verfügen.»

Nach der etwa zweistündigen Übung ist die Situation weitgehend geregelt und die Feuerwehrkräfte sind ausgelaugt. Die Stabsübung wird nun noch ausgewertet und danach wird gezielt an einzelnen Punkten trainiert. Einsatzleiter Meier ist weitgehend zufrieden mit der Übung: «Die Abläufe haben gut funktioniert und die gesetzten Ziele sind erreicht worden.»
Die Feuerwehren aus den Gemeinden des Limmattals arbeiten zusammen.