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Neue Ausrüstung: ein Klappstuhl
Letzten Freitagabend fand die Hauptübung der Feuerwehr Wettingen statt. Spektakulär war der Unfall-Übungsaufbau.
Quelle: Limmatwelle: SUSANNE KARRER


Mehrere Hundert Zuschauer hatten sich bei der Neuen Jura Garage an der Zentralstrasse 133/135 versammelt, um den verschiedenen Rettungs- und Löscheinsätzen der Feuerwehr beizuwohnen. Die Feuerwehrleute fanden bei ihrem Eintreffen einen Unfall zwischen einem PKW und einem Lastwagen vor. Das Auto stand in Flammen – simuliert durch ein Feuer in zwei Metallwannen – und der Lenker war im Fahrzeug eingeklemmt.

Bereits Sekunden nach Eintreffen des ersten Feuerwehrautos konnte das Feuer mit Schaum gelöscht werden. Dann trat die Personenrettung in Aktion: Die Feuerwehrleute legten eine schützende Decke über den Fahrzeuglenker und trennten mit hydraulischen Spreizern und Scheren das Dach des Autos ab. So konntedieses dann einfach abgehoben und die eingeklemmte Person sicher geborgen werden. «Das ist die Standardprozedur bei eingeklemmten Personen, da sie so am sichersten gerettet werden können», erklärte Aktuar Daniel Garbani. Wenn allerdings akute Gefahr bestehe, werde ein Verunfallter auch mal aus dem Auto gezogen. Dabei verkeilen sich aber oft die Füsse, und der Rücken kann nicht stabilisiert werden, weshalb wann immer möglich das Vorgehen mit dem Dach gewählt wird.

Beim verunfallten Lastwagen mussten die Feuerwehrleute den Fahrer retten, ein Leck im Tankanhänger unter Kontrolle bringen und das austretende Medium auffangen. Die Teams erstellten als Erstes eine Barriere zwischen der ausgelaufenen Flüssigkeit und der Umgebung, damit diese mit den Schuhen nicht überall verteilt wird. «Im Ernstfall würde eineDekontaminierungsstation eingerichtet, bei der sich die Teams säubern, bevor sie den abgesperrten Bereich verlassen», erklärte Garbani. Die Feuerwehrleute in den orangen Schutzoveralls der Chemie- und Ölwehr waren ein eher seltener Anblick.

«Eine so grosse Übung mit mehreren Fahrzeugen ist ungewöhnlich», erklärte Garbani. Da Wettingen aber Ende 2014 die Strassenrettungen an den Stützpunkt Baden übergebe, habe man nochmals zeigen wollen, was man könne. «Neu in der Ausrüstung istdaher ein Klappstuhl», spasste Kommandant Paul Meier nach Übungsende, denn bei Stassenrettungen könne er ab 2015 jeweils entspannt zuschauen. Das Ganze gleiche sich aber wieder aus, da die Feuerwehr Wettingen ab 2015 ein Stützpunkt für den Gewässerschutz mit Ölwehr sei, und Baden bei solchen Einsätzen dann den Klappstuhl aufstellen könne.

Der kaputte Tankanhänger war übrigens zu Übungszwecken ausgeliehen und kommt oft bei Feuerwehrübungen zum Einsatz. Das Auto hingegen war ein Abbruchauto und spätestens nach der Übung reif für die Verschrottung.

«Wir geben uns Mühe, immer wieder etwas anderes zu machen, um der Bevölkerung unsere Vielfältigkeit zu zeigen», erklärte Paul Meier und resümierte: «Es war ein strenges Jahr, aber wir sind auf einem guten Weg.» Bei bisher 91 Einsätzen waren die Feuerwehrleute von Wettingen dieses Jahr vor Ort, und Meier sagt: «Sie haben dabei gezeigt, dass sie ihr Handwerk beherrschen.»